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Dringend gesucht: Daniel Düsentrieb
Dieser Eintrag stammt von Cornelia Heinz Am 15.11.2010 @ 09:00 In Allgemein | Keine Kommentare
Dringend gesucht: Daniel Düsentriebvon Dr. Marc Evers, DIHK Berlin
Den Brotschmierapparat, das Dunkellicht, das tragbare Loch oder das Telefon mit eingebautem Bügeleisen – mit immer neuen unkonventionellen Ideen wirbelt Daniel Düsentrieb seine Heimat Entenhausen seit fast 60 Jahren durcheinander. Er ist ein Pionier, wie er im (Comic) Buche steht.
Gerade das rohstoffarme Deutschland braucht Düsentriebs - Erfindergeister, die immer Neues ausprobieren, die ihre Ideen mit Mut, Herz und Köpfchen umsetzen. Denn wenn sich an der Gründungsneigung nichts ändert, gehen dem Land die Unternehmer aus: Bei derzeitiger demografische Entwicklung wird es im Jahr 2050 rund 700.000 weniger Unternehmer in Deutschland geben - mit großen Innovations- und Wachstumseinbußen und dem drohendem Verlust von zwei Millionen Arbeitsplätzen.
Aber es gibt Hoffnung. Der DIHK-Gründerreport zeigt: Erstmals seit vier Jahren wollten in Deutschland zuletzt wieder mehr Menschen ihr eigenes Unternehmen gründen. Der Anstieg ist deutlich: Im Jahr 2009 führten die Industrie- und Handelskammern (IHKs) 14 Prozent mehr Gespräche mit Unternehmern in spe als im Jahr zuvor. Über 360.000 Mal standen die IHK-Existenzgründungsexperten angehenden Gründern mit Rat und Tat zur Seite. Wird Deutschland also zum Unternehmerland?
Wenig Hightech-Gründungen
Daniel Düsentrieb würde ein Hightech-Gründer sein. Aber diese muss man hierzulande su-chen: Nur sechs Prozent der Gründer wollen nach IHK-Erfahrungen in einer Hightech-Branche starten. In Zeiten zunehmenden Fachkräftemangels sehen viele qualifizierte Beschäftigte große Chancen auf eine gut dotierte Anstellung, die sie dem “Abenteuer Selbstständigkeit” vorziehen. Weitere Hemmnisse sind fehlende Finanzierungsmöglichkeiten sowie das vergleichsweise hohe Risiko von Hightech-Projekten. Doch Start-ups etwa in der Informationsbranche oder Medizintechnik setzen starke Wachstums- und Beschäftigungsimpulse. Im ersten Jahr schaffen Hightech-Gründer bis zu sechs Arbeitsplätze - mehr als doppelt so viel wie der Durchschnitt der Gründungen.
Dienstleistungen boomen
71 Prozent der Beratenen planen, in Servicebranchen zu gründen - wie Gebäudebetreuung, Gastgewerbe, künstlerische Tätigkeiten, Werbung. Hauptgrund: Die meisten wollen wegen drohender Erwerbslosigkeit starten und bringen nur wenig Kapital mit. Bei vielen Dienstleistungen kann man schon mit geringer Geschäftsausstattung loslegen. Oftmals reicht ein PC, um etwa eine Beratung anzubieten. Zudem lagern viele Unternehmen einzelne Funktionen aus und schaffen so Chancen für unternehmensnahe Dienstleister etwa im Bereich IT-Services.
Qualität der Geschäftskonzepte lässt nach
Die Krux: Viele Gründer gehen schlecht vorbereitet an den Start, immer weniger legen der IHK durchdachte Konzepte vor. 46 Prozent haben nur vage Vorstellungen von ihrer Zielgruppe - acht Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Zumeist ist es das Motiv der drohenden Erwerbslosigkeit, der bei den Unternehmensgründungen der letzten Jahre Pate steht. Doch häufig gründen Arbeitslose nach IHK-Erfahrungen übereilt - die Düsentriebs unter ihnen sind mithin häufig unternehmerisch schlecht vorbereitet. Fast zwei Drittel der arbeitslosen Gründer können nicht erklären, warum Kunden ihr Produkt - und nicht das der Konkurrenz - kaufen sollten.
Finanzierung – wunder Punkt in vielen Businessplänen
Oftmals machen sich Gründer zuwenig Gedanken darüber, wie sie ihr Start-up finanzieren können. 44 Prozent schätzen die notwendigen Startinvestitionen und die laufenden Kosten zu niedrig ein. Unter den Gründern, die aus der Arbeitslosigkeit heraus starten, ist es sogar jeder Zweite. Ein unzureichendes Finanzierungskonzept legen 39 Prozent vor, unter den arbeitslosen Gründern sind es 46 Prozent. Angesichts der schwierigen Situation bei der Unternehmensfinanzierung und qualifikatorischer Mängel ist zu befürchten, dass viele Projekte mögliche Finanzierungspartner nicht überzeugen.
Trotz fast 200 Förderprogrammen für Existenzgründer ist es damit nicht gelungen, in Deutschland eine Welle innovativer Gründungen anzustoßen. Die Entwicklung des Jahres 2009 war daher eher ein Strohfeuer - bedingt durch die im Zuge der Krise gewachsene Furcht vor Jobverlust. Die IHK-Existenzgründungsexperten erwarten für die kommenden Monate stagnierende, allenfalls noch leicht steigende Gründungszahlen. Folgendes muss geschehen, damit Deutschland mehr Daniel Düsentriebs hervorbringt und sein unternehmerisches Potenzial besser ausschöpft:
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