- Cornelia Heinz - Beratung & Coaching - http://blog.staerkenfinden.de -

Sprungbrett Unternehmensnachfolge

Dieser Eintrag stammt von Cornelia Heinz Am 28.10.2010 @ 10:36 In Existenzgründung, Unternehmensführung | Keine Kommentare

DIHK-Report zur Unternehmensnachfolge 2010 erschienen

Der aktuelle DIHK- Unternehmensnachfolgereport enthält aktuelle Zahlen und Einschätzungen der IHK-Organisation zum Generationswechsel in deutschen Unternehmen:

Immer mehr Unternehmensnachfolgen im Mittelstand.
Die IHKs konnten im Jahr 2009 mehr als 1.000 Unternehmen erfolgreich an einen Nachfolger vermitteln – 13
Prozent mehr als im Vorjahr. Insbesondere die Vermittlungen unter direkter Moderation der IHKs sind angestiegen.

Beratungsbedarf der Unternehmen steigt.
Der Bedarf an Unterstützung bei der Unternehmensnachfolge ist im Jahr 2009 im Mittelstand gestiegen. Die IHKs führten
knapp 4.900 Beratungsgespräche mit Senior-Unternehmern, die ihren Betrieb abgeben wollen, nach 4.800 im Vorjahr. Noch deutlicher war der Anstieg bei den Gesprächen mit Existenzgründern, die sich der Möglichkeit erkundigten, als
Nachfolger einen bestehenden Betrieb zu übernehmen. Hierzu führten die IHKs 8.400 Gespräche mit potenziellen Übernehmern, nach 7.900 im Vorjahr. Gleichzeitig besuchten 8.300 Unternehmer und Existenzgründer IHK-Veranstaltungen zur Unternehmensnachfolge – ein Viertel weniger als im Vorjahr.

Finanzierung: Hemmnis Nummer 1 für den Nachfolger.
Bei 59 Prozent der nachfolgeinteressierten Existenzgründer beobachten die IHKs Finanzierungsprobleme – deutlich
mehr als im Vorjahr (49 Prozent). Eine Unternehmensnachfolge ist – ähnlich wie ein Innovationsprojekt – in der Regel eine Transaktion mit hohem Finanzierungsvolumen, hoher Komplexität sowie hohem Chancen- aber auch Risikopotenzial. Obwohl mit dem Betrieb bereits eine potenzielle Sicherheit vorliegt, ist der Eigentümerwechsel für Banken oder andere Kapitalgeber mit Risiken behaftet. Sie „kaufen“ z. B. das Bewertungsrisiko des Unternehmens mit und müssen auf die unternehmerischen Fähigkeiten des Nachfolgers vertrauen – gerade, wenn dieser mit der Übernahme seinen ersten Schritt in die Selbstständigkeit unternimmt.

Erbschaftsteuer: Anpassungsbedarf bleibt!
Trotz einiger Anpassungen der Erbschaftsteuertarife zu Jahresbeginn 2010, insbesondere für Geschwister, ist die Erbschaftsteuer ein Nachfolgehemmnis. Die Maßgaben, nach denen Unternehmer sich ganz oder teilweise von der Erbschaftsteuer befreien können, sind fernab der betriebswirtschaftlichen Realität. Eine Fortführung des Unternehmens mit fast gleichbleibender Lohnsumme und Unternehmensstruktur über einen Zeitraum von sieben bzw. zehn Jahren ist in Zeiten immer schnellerer Marktveränderungen, wirtschaftlicher Umbrüche und steigendem Wettbewerbsdruck – wie gerade durch die Krise bewirkt – kaum möglich. Gerade bei Unternehmenskrisen droht die Nachzahlung von
Erbschaftsteuer. Nach den IHK-Erfahrungen ist die Erbschaftsteuer für jeden vierten Senior-Unternehmer (fünf Prozentpunkte weniger als im Vorjahr) und 16 Prozent der potenziellen Nachfolger ein Hemmnis bei der Nachfolge.

Preisvorstellungen oft unterschiedlich.
Ein wichtiges Problem der Unternehmensnachfolge sind überzogene Preisvorstellungen auf Seite des Senior-Unternehmers. 36 Prozent gehen nach IHK-Erfahrungen mit zu hohen Vorstellungen zum Wert Ihres Unternehmens in die Nachfolgeverhandlungen. Überhöhte Unternehmenspreise stellen für den Nachfolger einen großen Ballast bei der Finanzierung und beim späteren Erwirtschaften des Kaufpreises dar. Beide Parteien sollten sich daher im Vorfeld ein
genaues Bild vom Unternehmenswert machen.

Senior-Unternehmer warten auf steigende Unternehmenswerte.
Die Gewinn- und Umsatzeinbrüche der zwei letzten Jahre senken die Werte etlicher Unternehmen. Viele Senior-Unternehmer reagieren hierauf und warten derzeit mit dem Verkauf, bis ihr Betrieb wieder auf einem festen Fundament steht und damit einen höheren Kaufpreis erzielt (25 Prozent).

Nach Ansicht des DIHK-Präsidenten Hans Heinrich Driftmann wird die Suche nach neuen Unternehmenslenkern in den nächsten Jahren noch schwieriger werden. Durch die demografische Entwicklung müssen immer mehr Betriebe den Generationswechsel meistern und das bei einer sinkenden Zahl von potenziellen Nachfolgern. Aber unser Land ist von Familienunternehmen geprägt – das muss auch in Zukunft so bleiben.

[1] DIHK-Report zur Unternehmensnachfolge 2010


Dieser Artikel wurde ausgedruckt ab Cornelia Heinz - Beratung & Coaching: http://blog.staerkenfinden.de

URL zum Artikel: http://blog.staerkenfinden.de/2010/10/28/sprungbrett-unternehmensnachfolge/

URLs in this post:
[1] DIHK-Report zur Unternehmensnachfolge 2010: http://www.dresden.ihk.de/servlet/link_file?link_id=26600&target=display&
;link_zusatz=&ref_detail=News&ref_knoten_id=2685&ref_sprache=deu

Klicken hier zum Drucken.