Wie lauten Ihre Bewerbungsstrategien?

Unter diesem Titel läuft die Blogparade bei MMK Personalberatung noch bis zum 10. September 2009. Dass unter den Teilnehmern anschließend drei Poken „One of Love“ verlost werden, ist fast Nebensache. Immerhin geht es um Strategien für die Jobsuche!

Beim Lesen der Beiträge ist mir aufgefallen, wie intensiv man sich in den Kommentaren mit dem Thema auseinander gesetzt hat und wie persönlich die Strategien sind. Ganz im Gegenteil dazu steht meine Erfahrungen aus dem ländlichen Umkreis von Dresden. Hier bin ich innerhalb von drei Weiterbildungsmaßnahme für das Bewerbungstraining (jeweils 4 Tage) verantwortlich.

Ein Resultat von Bewerbungstrainings
Mit großem Schrecken habe ich das Werk meiner Vorgänger betrachtet - Gleichschaltung aller Bewerbungsunterlagen! Innerhalb einer Gruppe von 10 völlig verschiedenen Menschen, die in der Gastronomie tätig sind, begegnete mir gleich 5 Mal ein fast wortgleiches Anschreiben. Als ich dann erklärte, dass es mindestens 3 Grundtypen für den Lebenslauf gibt, lief das Fass über.

Was habe ich daraus gelernt?
Es gibt einen Personenkreis in Deutschland, dem durch die mehrmalige Teilnahme an Bewerbungstrainings sämtliche Individualität im Bewerbungsprozess genommen wurde. Ihre Strategie zur Jobsuche wurde auf die schriftliche Bewerbung nach den Stellenausschreibungen der Agentur für Arbeit ausgerichtet. Sie empfinden das Schreiben von Bewerbungen als Strafe, da sie gerade in ihrem Fachbereich keinen Sinn in schriftlichen Unterlagen sehen, diese aber der Agentur vorweisen müssen.
Welche Zukunft auf dem Arbeitsmarkt bleibt diesen Menschen? Oh, welch ein teuflischer Kreislauf, wenn diese demotivierten Unterlagen bei den Unternehmen ankommen!

Strategien aus eigener Erfahrung
Persönlich habe ich verschiedene Erfahrungen mit schriftlichen Unterlagen gemacht. Während meiner Schwangerschaft musste ich mich nach den Vorschriften des Amtes bewerben. Damals sind gut 50 schriftliche Unterlagen mit jeweils neuem Empfänger per Post rausgegangen. Von diesen habe ich nie wieder etwas gehört.
Im Gegensatz dazu habe ich nach der Elternzeit nur 5 Bewerbungsmappen verschickt. Davon gab es 3 Einladungen zum Vorstellungsgespräch und innerhalb von 3 Monaten einen Arbeitsvertrag.

Schriftliche Unterlagen
Daher empfehle ich immer individuelle Unterlagen, die in Stil und Wortwahl schon ein Bild der Persönlichkeit zeichnet. Durch das Beschreiben der fachlichen wie auch persönlichen Stärken im zweiten und dritten Absatz des Anschreibens kann dieses Bild noch unterstrichen werden. Ergänzt wird es am Ende mit einem aussagefähigen Lebenslauf.

Stellensuche
Bei der Suche nach einer neuen Arbeitsstelle sollte man sich keinesfalls nur auf die Veröffentlichungen der Arbeitsagentur verlassen. Auch die Suche unter www.meinestadt.de fördert eher die selben Ergebnisse zu Tage.
Als immer hilfreicher haben sich Netzwerke erwiesen und die direkte Vorsprache vor Ort. Deren Erfolg ist allerdings von der gewünschten Tätigkeit und Position abhängig!

Innerhalb von 3 Tagen zum neuen Job
Beenden möchte ich meinen heutigen Beitrag mit einer Begebenheit aus meinem Traineralltag, die bei einem Teilnehmer nach mehreren Jahren des ALG II-Bezuges innerhalb von 3 Tagen zum Arbeitsvertrag führte.
Ein ehemaliger Teilnehmer las auf einer privaten Radtour am Aushang einer Firma von einer freien Stelle als Maler. Am nächsten Tag war er wieder dort und überreichte seine Unterlagen. Diese bestanden aus einem handgeschriebenen Anschreiben und einer Kopie des Lebenslaufes. Der Verantwortliche bestellte nach einem kurzen Blick auf die Unterlagen den Herrn für den nächsten Tag zum Gespräch. Nach nur einer Frage und einem Tag Probearbeiten hatte mein Teilnehmer einen Vertrag in der Tasche!
Die Frage war: Wie sind Sie heute hierher gekommen? Mit dem Rad, war die Antwort. Verwundert? Nun die Strecke betrug 25 km! Hätte er besser seine Motivation unter Beweis stellen können?

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